Vertreterversammlung

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Vertreterversammlung Kirche und Sport der EKD tagte in Stuttgart

Juliane Jersak, Vorstandsmitglied Kirche und Sport der EKD, erläutert das bevorstehende Programm der Vertreterversammlung Joachim Schmid und Christian Schmidt referieren über die FanKultur des VFB Stuttgart e.V. Ein Besuch im Service-Center des VFB Stuttgart e.V. Bereiche, die ein Stadionbesucher sonst nicht sieht: Der Gang zu den Spielerkabinen Die Umkleidekabine des VfB Stuttgart - eine andere Welt... Die Umkleidekabine des VfB Stuttgart - eine andere Welt... Die Umkleidekabine des VfB Stuttgart - eine andere Welt... Und hier geht es zum Spielfeld. Eine Pressekonferenz gab es an diesem Tag leider nicht. Der eine engagiert sich und gibt letzte Ratschläge... ... die erfahrene Betreuerin sieht es eher gelassen. Auch der Rasen braucht kontinuierliche Pflege. Der Blick aus der Fan-Kurve. Ein zufriedener EKD-Sportbeauftragter nach einer interessanten Stadionführung. VfB-Fan-Beauftragter Christian Schmidt, Polizist Dirk Hallmann, Vertreter des Innenministeriums Carsten Höfler, Moderator Andreas Koch, DFB-Schiedsrichter Markus Schmidt und EKD-Sportbeauftragter Bernhard Felmberg im Gespräch VfB-Fan-Beauftragter Christian Schmidt, Polizist Dirk Hallmann, Vertreter des Innenministeriums Carsten Höfler, Moderator Andreas Koch, DFB-Schiedsrichter Markus Schmidt und EKD-Sportbeauftragter Bernhard Felmberg im Gespräch

Die Vertreterinnen und Vertreter der landeskirchlichen Arbeitskreise Kirche und Sport trafen sich am 14. und 15. November 2013 in Stuttgart zur jährlichen Vertreterversammlung. Den ersten Tag ihres Treffens widmeten die sportaffinen Pfarrerinnen und Pfarrer zunächst dem Phänomen "Fußball". In der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena wurden sie zunächst vom Sportbeauftragten der EKD, Dr. Bernhard Felmberg, begrüßt, bevor der Fan-Beauftragte des VfB Stuttgart, Christian Schmidt, gemeinsam mit Joachim Schmid, Mitglied des Fan-Ausschusses, die Fan-Kultur des VfB Stuttgart vorstellte. Das überaus breite Fan-Spektrum, vom homosexuellen Fan bis hin zu den sogenannten Ultras, wurde ebenso präsentiert wie die vielfältigen Erfahrungen und Projekte der diversen Fanclubs.

Im Anschluss an diesen theoretischen Einblick folgte eine Stadionführung der besonderen Art. Nachdem sich die Mitglieder des Arbeitskreises in dem noch neuen Service-Center des VfB zeigen ließen, wie der Verein die Fragen, Sorgen und Nöte ihrer Fans aufnimmt und bearbeitet, wie neben Beratung und Service in Einzelfällen auch Formen von Lebensbegleitung und Trost gespendet werden, ging es in die Fan-Kurve des Stadions. Hier, wo bei Heimspielen die eigentliche Fan-Welt gelebt wird, konnte ein Gefühl dafür entwickelt werden, wie Gemeinschaft, Nähe und Emotionalität eine lebenslange Bindung zum Verein entfalten können. Wie funktionieren die Choreografien im Stadion? Welche Strukturen gibt es innerhalb dieser Fan-Gemeinschaft, in der sich die unterschiedlichsten Fan-Clubs zusammenschließen? Diese Fragen wurden ebenso diskutiert wie die Möglichkeiten des Vereins, eine positive Darstellung des Vereins in die Öffentlichkeit zu vermitteln und damit auch die Chance zu erhalten, neue Mitglieder zu gewinnen.

Selbstverständlich wurden die negativen Seiten dieser teilweisen anonymen Gruppe dabei nicht verschwiegen und alle Vereinsvertreter stimmten zu, dass Pyrotechnik, Gewalt und Diskriminierung - in welcher Ausprägung auch immer - im Stadion keinen Platz hätten. Auch beim VfB Stuttgart werde alles unternommen, um immer wieder mit dieser - wenn auch sehr kleinen - Gruppe von Fans das Gespräch zu suchen und diesen Fehlentwicklungen entgegen zu wirken.

Mit diesen Eindrücken und Erkenntnissen kehrte die Vertreterversammlung in die Team-Lounge der Mercedes-Benz-Arena zurück und es folgte nach einer kurzen Stärkung eine spannende Podiumsdiskussion. "Dies ist mein Spielfeld" war das Motto der von Andreas Koch, Redaktionsleiter des Evangelischen Medienhauses, geleiteten Runde. Die Wahrnehmung der Fußballfans zwischen Kirche, Sport und Politik, die Fragen, welche Parallelen erkennbar sind oder was Kirche vom Sport und der Sport von der Kirche lernen können, wurden angeregt diskutiert.

Bernhard Felmberg (Seelsorger bei Hertha BSC und im Berliner Olympiastadion), Dirk Hallmann (Polizeidirektion Hannover), Carsten Höfler (Innenministerium Baden-Württemberg), Christian Schmidt (VfB-Stuttgart) und Markus Schmidt (DFB-Schiedsrichter) gaben den Zuhörenden einen Einblick in ihre jeweils sehr persönliche Sichtweise.

"'Gott mit uns, und wir gegen alle' - Werte, Fairness und Gewalt", leitet der Moderator die erste Runde ein, nachdem sich die Diskutanten persönlich vorgestellt hatten. Schnell wurde deutlich: hierzu gab es viel zu berichten. Die Tatsache, dass auch ein routinierter Bundesliga-Schiedsrichter wie Markus Schmidt nicht unbeeindruckt bleibt, wenn es in den Fan-Kurven zu Ausschreitungen kommt, war für die Zuhörerinnen und Zuhörer ebenso überraschend wie die ausführlichen Beschreibungen der Erlebnisse des Ersten Polizeihauptkommissars Dirk Hallmann von den Ausschreitungen rund um das Bundesliga-Spiel Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig. Aber auch die politische Dimension dieser Thematik, die der im Innenministerium tätige Polizist Carsten Höfler in die Diskussion einbrachte, brachte neue Erkenntnisse. Dass aber die deutliche Mehrheit der Stadionbesucherinnen und -besucher mit ganz friedlichen Absichten ein Fußballstadion besuchen, dass Eltern mit ihren Kindern ungefährdet ein Bundesliga-Spiel verfolgen können und dass es in einigen Stadien sogar das Angebot einer ökumenischen Andacht vor den Spielen gibt, brachten Dr. Bernhard Felmberg und Christian Schmidt in die Diskussion ein, bevor es in einer zweiten Runde um das Thema "'Fußball ist unser Leben' - Sport als Religion bzw. als Religions- und Kirchenersatz" ging.

Beeindruckt von diesen teilweise überraschenden Eindrücken und Einblicken kehrten die Teilnehmenden in das Tagungshotel zurück, wo mit einem "Hotel-Golfturnier" der unterhaltsam-sportliche Teil folgte, bevor der erste Tag der Vertreterversammlung endete.

Der zweite Tag der Vertreterversammlung stand ganz im Zeichen der geschäftsmäßigen Tagesordnung. Der EKD-Sportbeauftragte Bernhard Felmberg zog in seinem mündlichen Jahresrückblick eine durchweg positive Bilanz. Das Engagement des Arbeitskreises Kirche und Sport auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg, die Durchführung des weiten EKD-KonfiCups in Köln, die Arbeit der beiden Olympiapfarrer, die großartige Resonanz auf den 43. Studienkurs in Sils gehörten zu den gelungenen Aufgaben des Arbeitskreises. Aber auch die landeskirchlichen Arbeitskreise konnten auf ein erfolgreiches Jahr von Kirche und Sport zurückblicken. So wurde der Konfi-Cup in insgesamt 11 Landeskirchen ausgetragen und die Vertreterinnen und Vertreter hoffen auf eine noch größere Teilnahme im kommenden Jahr.

Berichtet wurde auch von dem Projekt VollWERTsport, das vom DJK Landesverband Nordrheinwestfalen initiiert wurde. Unter dem Motto "Weil Du WERTvoll bist" und "Sportvereine sind WERTvoll!" soll diese Überzeugung vertieft und Hilfen angebotenwerden, diesen Wert zu erkennen und Werte im Sport erlebbar zu machen.

Alle sind sehr herzlich eingeladen dabei zu helfen und ein Netzwerk zu schaffen, durch welches vielen Menschen dieser Zugang ermöglicht wird. Dann ist die Chance groß, dass insbesondere auch junge Menschen ihren Werterucksack packen können und dass Werte im Sport als Kompass für das Leben dienen können. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.vollwertsport.de.

Am Ende der Vertreterversammlung bot Olympiapfarrer Thomas Weber noch einen Ausblick auf die Winterspiele 2014 in Sotschi. Auch wenn nach derzeitigen Erkenntnissen die Öffentlichkeit keine ganz große Notiz von den Winterspielen nehmen wird - die bürokratischen Hürden für die Einreise und das Erwerben von Eintrittskarten sind sehr hoch - so bleibt es doch eine der wesentlichen Aufgaben, den Sportlerinnen und Sportlern zur Seite zu stehen und für Gespräche erreichbar zu sein. Und darüber hinaus sind erneut ökumenische Andachten geplant; auch das Informationsheft "Mittendrin" wurde wieder erarbeitet und wird den Athleten bereits bei der Einkleidung im Januar überreicht.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 19. Juli 2017 11:34