Frauen am Ball

zurück

Brasilien

Der weibliche Pelé: Marta!

Dass sie die beste Fußballerin der Welt ist, wusste die Brasilianerin schon mit 14 - heute weiß es die Welt. Eigentlich heißt sie Marta Viera da Silva, aber es genügt der Vorname: Marta! Die Fünfundzwanzigjährige gilt als das Wunderkind des brasilianischen Fußballs - als Stammspielerin im Angriff  ist sie sehr schnell, dribbelstark und zählt zu den torgefährlichsten Spielerinnen der Welt, spielt aber gleichzeitig äußerst mannschaftsorientiert. Zwar hat Frauenfußball in Brasilien eine große Tradition, vollends akzeptiert ist er aber erst seit der Frauenfußball-WM in China im Jahr 2007, als Marta mit ihrer Filigran-Technik das ganze Land verzauberte. Auch wenn Brasilien nur Vize-Weltmeister wurde, erlebte der Frauenfußball im Land, in dem Frauenfußball zwischen 1965 und 1982 unter der Diktatur sogar verboten war, einen großen Zulauf.

In Deutschland beeindruckte Marta die Fans spätestens seit 2008, als im UEFA-Pokal Finale der schwedische Club Umea IK auf den 1. FFC Frankfurt traf. Marta spielte damals für Umea und schoss nur elf Sekunden nach Anpfiff  das schnellste Tor der Europapokal-Geschichte.

Der Weg zum Erfolg war allerdings mehr als steinig: Marta wuchs in dem Ort Dois Riachos im Nordosten Brasiliens auf und trainierte schon als Mädchen zäh. "Sie ist häufig von der Schule weggeblieben, um Fußball zu spielen. Ich wollte sie immer daran hindern, aber mir ist es nicht gelungen", erinnert sich ihre Mutter Tereza. Mit 14 setzte sich Marta - ohne die Erlaubnis ihrer Mutter - in den Bus nach Rio de Janeiro, um dort Fußball zu spielen. Und schon zwei Jahre später schoss sie bei der U19 WM in Kanada 6 Tore und führte ihr Team auf einen damals überraschenden vierten Platz im Turnier. "Ich war sehr dünn, aber schnell. Ich glaube, sie waren schockiert, dass ein Mädchen wie ich auf dem Rasen für ein derartiges Aufsehen sorgen konnte", sagt Marta rückblickend.

Im fußballbegeisterten Brasilien ist die Kapitänin der Nationalmannschaft übrigens die erste und bislang einzige Frau, die ihre Fußabdrücke in der Ruhmeshalle des berühmten Maracana-Stadions in Beton verewigen durfte. Die Welt-Fußballerin des Jahres 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 und US-amerikanische Torschützenkönigin von 2009 will nun die Selecao zum Weltmeisterschaftstitel führen.

Wenn die brasilianische Mannschaft am 29. Juni ihr erstes Spiel gegen Australien bestreitet, wird in Brasilien die Hoffnung nur einen Namen haben: Marta!


Copyright2018 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Publikationsdatum dieser Seite: Freitag, 25. Mai 2018 14:08