Frauen am Ball

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Mexiko

Marigol - allein unter Männern

Maribel Domínguez Castelán - dieser Name beherrscht seit langem die mexikanische Frauenfußballszene. Domínguez ist eine äußert erfolgreiche Stürmerin und mit 33 Jahren die einzige im Team mit WM-Erfahrung. Früh erhielt sie den Spitznamen "Marigol" ("gol" bedeutet auf Spanisch "Tor") und ist die weltweit einzige Spitzenfußballerin, die einen Profivertrag in einem Männerfußballverein unterschrieb. Dies ist bemerkenswert, da Dominguez nur 1,61m groß ist und mit einem Gewicht von 54 kg auch bei den Frauen eher als Leichtgewicht gilt. Doch ihre technischen und kämpferischen Fähigkeiten, ihre Schnelligkeit und große Spielübersicht machten sie für den Männerclub interessant. Marigol freute sich auf die Herausforderung. "Ich muss ja nicht alleine gegen elf Männer antreten, Fußball ist ein Mannschaftssport", erklärte sie und begann mit einem Spezialtraining, um Muskelmasse zuzulegen und damit an Zweikampfstärke gegenüber den Männern zu gewinnen. Der mexikanische Fußballverband war mit dem Vertrag einverstanden, doch es wurde nichts daraus, denn die FIFA verbot das gemischte Team. Der Präsident des Weltfußballverbands, Joseph Blatter, erklärte, es müsse eine klare Trennung zwischen Männer- und Frauenfußball geben. Offenkundig waren hier die angeblichen "Macho-Mexikaner" fortschrittlicher als die europäischen Funktionäre.

Maribel Domínguez traut sich zu, mit Männern in einer Mannschaft zu spielen - kein Wunder, denn sie verfügt über reichlich Erfahrung. Schon mit 10 Jahren kickte sie in einem Armenviertel von Mexiko-Stadt heimlich in einer Jungenmannschaft; sie gab sich als Junge aus und nannte sich "Mario". Ein Talentscout eines regionalen Fußballverbandes entdeckte sie, als sie barfuß auf einem mit Müll übersäten Sportplatz per Fallrückzieher ein Tor schoss. Ihre Karriere ging dann schnell bergauf: Mit zwanzig wurde sie in die mexikanische Nationalmannschaft aufgenommen, ging später in die USA und erhielt schließlich einen Profi -Vertrag für das Frauenteam des FC Barcelona.

Für Marigol machen alle viel zu viel Wind um die Geschlechtertrennung im Fußball: "Egal wo und mit wem, wichtig ist, Fußball zu spielen!"


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Publikationsdatum dieser Seite: Freitag, 25. Mai 2018 14:08