Exot im Leistungssystem

Christian Bode ist ist Seelsorger bei den Paralympics

Christian Bode begleitet das deutsche paralympische Team bei den Wettkämpfen und im olympischen Dorf bei den paralympischen Sommer- und Winterspielen. Neben einem kleinen ansteckbaren Kreuz, trägt der Paralympics-Pfarrer in der Regel ein kirchliches Kollarhemd mit Stehkragen. Bei den Winterspielen wird es unter dicken Jacke mit der Erkennbarkeit aber wohl etwas schwierig. "Wir versuchen dennoch, so nah wie möglich an die Sportler heranzukommen", sagt Bode.

Für den Pastor sind die Spiele der Behindertensportler nichts Neues. Der Tischtennisspieler hat das deutsche paralympische Team 2008 für die Wettkämpfe in Peking trainiert. Die Voraussetzungen unterschieden sich nur minimal von denen der Olympischen Spiele, sagt der Theologe und leidenschaftliche Marathonläufer. "Die Basketballer werfen auf die gleichen Körbe, die Läufer laufen gleiche Distanzen - auf der Laufbahn, wie im Schnee."

Aus seiner Erfahrung als Trainer weiß Bode auch, wie bitter ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Wettbewerb sein kann. "Die Athleten arbeiten über Monate und Jahre auf diesen Traum hin, und der zerplatzt plötzlich wie eine Seifenblase." Besonders in diesen Momenten ist der Seelsorger zur Stelle. "Wir sind dann so etwas wie eine Tankstelle, wo jenseits der Wettkampfdynamik aufgetankt werden kann."

Seitdem der damalige Theologiestudent Bode 1997 seine Trainerausbildung begann, hat sich der Behindertensport enorm weiterentwickelt. "Früher reisten die Sportler in den abgetragenen Trainingsanzügen der deutschen Fußballnationalmannschaft zu den Turnieren", erzählt er. Mittlerweile habe das öffentliche Interesse stark zugenommen, aber damit auch der Leistungsdruck.


Copyright2018 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Publikationsdatum dieser Seite: 2018-11-22