Hintergrund & Aktuelles

zurück

Zwischen Fußballhimmel und Abseitsfalle: Kann der Glaube Berge versetzen?"

Evangelische Talkshow "Tacheles" mit Spitzenkräften aus Bundesliga und Kirche

Hannover (epd). Die Talkshow "Tacheles" beschäftigt sich in ihrer nächsten Sendung mit dem Thema "Zwischen Fußballhimmel und Abseitsfalle: Kann der Glaube Berge versetzen?" Zu Gast bei der Aufzeichnung am Dienstagabend in der Marktkirche in Hannover sind der Trainer des Bundesligisten VfL Wolfsburg, Dieter Hecking, der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, und der evangelische Kirchenpräsident von Hessen und Nassau, Volker Jung.

Fußballer kritisieren Verbot von "Jesus liebt mich"-Shirts

Vertreter der Fußball-Bundesliga lehnen das Verbot religiöser Botschaften auf T-Shirts von Spielern ab. "Man sollte respektieren, dass Spieler bei bestimmten Themen eine bestimmte Meinung haben", sagte der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, am Dienstagabend in Hannover. Es sei ein "tolles Signal, dass sie einen Glauben haben und daraus Stärke ziehen". Ähnlich äußerte sich der Trainer des VfL Wolfsburg, Dieter Hecking: "Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen, da kann ich nur den Kopf schütteln." Beide äußerten sich bei der Aufzeichnung der evangelischen TV-Talkshow "Tacheles".

Mit Blick auf die Fußball-WM in Brasilien hatte der Weltverband Fifa im März bekräftigt, dass politische, religiöse oder persönliche Botschaften auf der Unterwäsche von Spielern verboten sind. Das betrifft etwa T-Shirts mit der Aufschrift "Jesus liebt dich" oder "Allah ist groß", die die Spieler unter ihren Trikots tragen. Kopftücher für Frauen oder Turbane sind hingegen erlaubt. Eine entsprechende Vorschrift gibt es bereits seit 2007, ab 1. Juni sollen Verstöße aber konsequent bestraft werden. Die Weltmeisterschaft beginnt am 12. Juni.
Hecking berichtete bei der Aufzeichnung von "Tacheles", er habe Spieler aus Südamerika in der Kabine gefragt, warum sie vor dem Spiel beten. "Es ging niemals um den Sieg", sagte er. "Es ging darum, Kraft zu bekommen, der Mannschaft zu helfen und darum, dass keiner verletzt wird." Kind wandte sich strikt dagegen, Fußball zum Religionsersatz zu machen. Die Kirche müsse "dagegenhalten", wenn dieser Eindruck erweckt werde. Fußball sei ein Spiel.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, hob die verbindende Wirkung des Fußballs hervor. "Fußball hat eine enorme Kraft, Menschen zusammenzubringen", sagte er. Fußball verbinde Menschen über alle gesellschaftlichen Schichten und Schranken hinweg. Die Aufzeichnung von "Tacheles" stand unter dem Leitwort "Zwischen Fußballhimmel und Abseitsfalle: Kann der Glaube Berge versetzen?" Die Sendung wird voraussichtlich am 1. Juni um 13 Uhr auf "Phoenix" ausgestrahlt.

Fast jeder zweite Deutsche hält Gebete für WM-Sieg für in Ordnung

Fast die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass Gebete für einen Sieg der Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien in Ordnung sind. In einer repräsentativen emnid-Umfrage für die evangelische Fernseh-Talkshow "Tacheles" stimmten 48 Prozent der Befragten dieser Auffassung zu: "Denn man kann für alles beten, was man sich von Herzen wünscht." Dagegen hielten 28 Prozent Gebete für generell sinnlos, wie die Redaktion am Dienstag in Hannover mitteilte.

20 Prozent der Befragten meinten, ein WM-Sieg sei kein Thema für Gebete: "Denn Gott ist keine Wunschmaschine." Im Glauben an die Kraft von Gebeten sind die Deutschen zweigeteilt: Während im Westen nur 25 Prozent keinen Sinn im Beten sehen, sind es im Osten der Republik 41 Prozent. Für die Umfrage befragte emnid 501 Menschen ab 14 Jahren. Auftraggeber waren die Evangelische Kirche im NDR als Veranstalter von "Tacheles" und die Evangelische Zeitung.


Copyright2018 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. November 2018 15:35