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"You are shining" - "Du kannst die Welt verändern"

Pfarrer Thomas Weber begleitet die deutsche Studierendenmannschaft in Südkorea

Die erste Wettkampfwoche der 28. Sommer-Universiade 2015 in Südkorea ist vorüber. 13000 Studierende aus 145 Ländern kämpfen in insgesamt 21 Sportarten auf Weltklasse-Niveau um die Medaillen. Zum deutschen Team, das sich aus 120 Sportlerinnen und Sportlern und  dem Betreuerstab im Hintergrund zusammensetzt,  gehören insgesamt 180 Personen. Jedoch geht es in diesen Tagen um viel mehr als nur die sportlichen Wettbewerbe. Das wurde schon zu Beginn bei der Eröffnungsfeier in Gwangju, "der Stadt des Lichts", wie sie sich selbst bezeichnet, deutlich. Sport verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. "Wir, die jungen Studierenden, wollen die gemeinsame Zukunft erhellen", dies war die Botschaft, die sich in bunter und eindrucksvoller Weise durch die zweieinhalbstündige Veranstaltung vor 40000 Zuschauer im Worldcup-Stadion zog: "You are shining" - "Du kannst die Welt verändern".

Dabei wurde Bezug genommen auf die jüngere Geschichte des Austragungortes Gwangju, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Im Mai 1980 kam es in vielen südkoreanischen Städten zu großen Demonstrationen gegen die Militärdiktatur. Dabei spielte Gwangju eine bedeutende Rolle. Zehn Tage lang gingen hier vor allem Studenten und Studentinnen auf die Straße, um ihrer Sehnsucht nach Reformen und Frieden Ausdruck zu verleihen. Zweihundert von ihnen bezahlten für ihren Mut mit dem Leben, und es gab weitere 1000 Verletzte. Ein "Memorial-Park" im Stadtzentrum erinnert an das dunkle Kapitel und die damaligen Geschehnisse, die Gwangju zur Wiege der Freiheitsbewegung werden ließen.  Noch weitere 10 Jahre vergingen, bis das die Demokratie schließlich endgültig Einzug in Südkorea hielt.

Erstaunlich ist für uns ausländische Besucher die große Zahl von Kirchengebäuden in diesem asiatischen Land. Schon bei der Fahrt vom Flughafen von Seoul hierher in das 300 km entfernte Gwangju, in dem 1,5 Millionen Menschen leben, fiel uns auf, dass selbst in kleineren Dörfern eine Kirche steht. In Südkorea sind rund 30 Prozent der Bevölkerung Christen. Die Zahl ist damit größer als der Anteil der buddhistischen Bevölkerung im Land. Die Kirchen haben sich unter anderem durch ihre Kritik an der Militärdiktatur das Vertrauen der Bevölkerung erworben.
Allein in Gwangju soll es 1500 Gemeinden geben. Viele Kreuze, die oben auf den Gebäuden stehen, sind abends beleuchtet und strahlen in den Dunkelheit hinein. Das Kreuz als Symbol unseres Glaubens erinnert daran, dass Jesus von sich gesagt hat: "Ich bin das Licht der Welt! Wer mir folgt, hat das Licht, das zum Leben führt, und wird nicht mehr in der Dunkelheit tappen." (Johannes 8,12)

So lag es für den katholischen Sportpfarrer Jürgen Hünten und mich nahe, in unserem ökumenischen Gottesdienst zu Beginn der Universiadetage das eindrückliche Bild des Lichts aufzugreifen. "Lebt als Kinder des Lichts!" Dieser Vers aus dem Epheserbrief stand im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Auszeit. Indem wir auf Christus blicken, sehen wir unser Leben und die Welt mit anderen Augen. So war es unser Wunsch und Gebet, dass die Christen in Südkorea ein Segen für ihr Land sind, aber auch, dass alle Teilnehmende der Universiade mit vielen Eindrücken und nach interessanten Begegnungen wieder nach Hause fahren und das Universiademotto "Light up tomorrow" in die Tat umsetzen.

Thomas Weber

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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 16. Januar 2019 16:29