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18 Medaillen im Gepäck - fünf davon sind golden

Die deutsche Studierendennationalmannschaft kehrt erfolrgeich von der Universiade zurück

"Der gute Zusammenhalt hat unsere Mannschaft stark gemacht," so lautete am Ende der Universiadetage das Resumée von Felix Arnold, dem Delegationsleiter des jungen deutschen Teams - der Altersdurchschnitt der Sportler/-innen lag gerade mal bei knapp 23 Jahren. Dabei beeindruckten nicht nur die starken sportlichen Leistungen, etwa die der Leichtathleten oder Ruderer oder die Goldmedaille am Reck von Deutschlands bestem Turner Fabian Hambüchen, die für uns die Zeit in Gwangju zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen. Sondern gerade das gute Miteinander innerhalb der Mannschaft und das gegenseitige Anfeuern an den unterschiedlichen Wettkampfstätten wurde von allen sehr geschätzt. Als die Basketballer am vorletzten Abend im Finale gegen die US-Boys antraten, standen die übrigen Teammitglieder wie eine Wand hinter ihren Mannschaftskameraden. Nach zwei gemeinsamen Wochen kehrte die Studierendennationalmannschaft schließlich mit 18 Medaillen im Gepäck zurück nach Hause, darunter fünf goldenen.

Dass auch Sportpfarrer zur Delegation gehören, ist mittlerweilen seit vielen Jahren gute Tradition, auf die der adh (Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband) großen Wert legt. Die Arbeitsbedingungen waren für meinen katholischen Sportpfarrer-Kollegen Jürgen Hünten aus Düsseldorf und mich wieder hervorragend. Das Leben unter einem Dach im Athletendorf eröffnete viele Möglichkeiten für intensive Gespräche. Zudem waren wir eingebunden in die Organisation des bundesdeutschen Teams und die Abläufe der Wettkampftage. So konnten wir bereits bestehende Kontakte intensivieren und neue Beziehungen aufbauen. Bei den Fahrten zu den Wettkampfstätten, den gemeinsamen Mahlzeiten, den Ausflügen und abendlichen Medaillenfeiern ergab sich manch interessanter Gedankenaustausch über Gott und die Welt.

Gerade auch die zahlreichen Begegnungen im religiösen Zentrum des Athletendorfs empfand ich bei meiner 7. Universiade-Teilnahme erneut als eine große Bereicherung. Von einem guten Zusammenhalt untereinander sind allerdings die südkoreanischen Kirchen weit entfernt. So fiel mir wieder auf, dass in Südkorea wie in anderen asiatischen Ländern Protestantismus und Katholizismus als verschiedene Religionen betrachtet werden. Im religiösen Zentrum gab es darum neben einem buddhistischen, muslimischen und dem christlichen Andachtsraum auch einen eigenen katholischen. Von einheimischen Pastoren wurde mir die die Situation der evangelischen Gemeinden in Südkorea geschildert. Deren Gemeindegliederzahl werde auf rund10 Millionen geschätzt, bei ca. 50 Millionen Einwohnern. Die größte Denomination im Land seien die Presbyterianer. Allerdings fehle es den zahlreichen unterschiedlichen Glaubensrichtungen an dem Bemühen um eine bessere Zusammenarbeit. Dies wird von vielen bedauert, weil die Kirchen somit keinen bemerkenswerten Konsens in gesellschaftlichen Fragen erreichen könnten.

Um selbst einen Eindruck zu gewinnen, haben wir am Sonntagmorgen den Gottesdienst in der großen modernen  presbyterianischen Joongang-Kirche unweit des Universiadedorfes besucht und mit ca. 800 Frauen und Männer den 90-minütigen Gottesdienst gefeiert. Im Fürbittengebet wurde dabei auch an die Menschen in Nordkorea gedacht und der Wunsch nach einer Überwindung der Trennung von Nord- und Südkorea vor Gott gebracht. In vielen Gesprächen rund um das Universiade-Geschehen schien es jedoch so zu sein, dass von Seiten der Südkoreaner eine ausführlichere Antwort geblockt wird, wenn das Gespräch auf die Spaltung des Landes kommt. Man habe freilich Angst vor einem militärischen Schlag Nordkoreas, ansonsten war nicht viel über eine mögliche Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel zu vernehmen. Es wird jedoch auch nicht schlecht über die Menschen in Nordkorea, das als das abgeriegelste Land der Erde gilt, geredet.

Auf die Frage, wieviele Christen denn möglicherweise noch im Norden lebten, hörten wir, dass es keine zuverlässigen Angaben über die Lage der Kirchen dort gebe, wo kirchliche Strukturen nach dem Koreakrieg offiziell verschwunden seien und jede Religionsausübung verfolgt werde.

Bei früheren Universiaden gab es teilweise eine gesamtkoreanische Mannschaft. Doch dieses Mal war das auf Grund der aktuellen politischen Gegebenheiten leider nicht der Fall. So lässt sich das Leben in Südkorea in vielerlei Hinsicht mit den Stichworten "fehlende Zusammenarbeit und Wunsch nach Einheit" umschreiben. Jedenfalls präsentierte sich das hochentwickelte Industrieland an der geographischen Nahtstelle von politisch unterschiedlichen Blöcken den Gästen der 28. Sommeruniversiade aus aller Welt als ein sehr guter und freundlicher Gastgeber.

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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. November 2018 15:34