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Universiade in Taipeh mit 7000 Athleten aus 130 Nationen

7000 Athleten aus 130 Nationen kommen in diesen Tagen in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan, zu den Weltspielen der Studierenden zusammen. Auch Jürgen Hünten, katholischer Hochschulseelsorger aus Düsseldorf, und ich sind wieder als Seelsorger und Ansprechpartner für die deutsche Studierendenmannschaft mit von der Partie. Die Universiade, die alle zwei Jahre stattfindet, ist nach den Olympischen Spielen die größte Multisport-Veranstaltung der Welt. Die Taiwanesen sind sehr stolz, 2017 der Gastgeber zu sein. Es ist das größte offizielle Ereignis, das Taiwan jemals ausgerichtet hat. Der Austragungsort birgt allerdings eine hohe politische Brisanz. Chinesische Athleten nehmen zwar an den Wettkämpfen teil, sie boykottierten aber z.B. die Eröffnungsfeier - aus politischen Gründen. Die Regierung in Peking setzt alles daran, dass Taiwan international nicht als vollwertiger Staat wahrgenommen wird.  

Die Konflikte werden bereits jeden Morgen beim Blick nach draußen aus dem Fenster unseres Zimmers im Athletendorf deutlich. Am Hochhaus direkt hinter der  weitläufigen "Dining-Hall", deren Türen  beinahe rund um die Uhr für die Mahlzeiten geöffnet sind,  hängt ein riesiges Transparent, auf dem in großen Lettern zu lesen ist: "Taiwan is not Chinese Taipei. Let Taiwan be Taiwan!" Hintergrund: Bei internationalen Wettkämpfen wie der Universiade darf das taiwanesische Team nicht unter dem Namen des eigenen Landes antreten. Stattdessen gibt es die Bezeichnung "Chinese Taipeh". Bei den Siegerehrungen wird darum auch nicht die rot-blaue Nationalflagge aufgezogen, sondern die hellblaue für Chinese Taipei.

Das Durchschnittsalter der deutschen Mannschaft liegt bei 23 Jahren. In 14 Sportarten gehen die jungen Sportlerinnen und Sportler an den Start. Für die allermeisten von ihnen bildet die Universiade-Teilnahme den Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Beeindruckend verlief die Eröffnungsfeier zu Beginn der Wettkämpfe. Wie auch bei den Olympischen Spielen üblich ziehen zu Universiade-Beginn dabei die teilnehmenden Mannschaften in das Stadion ein. Da folgten im weiten Rund der Tapei-Arena die Mannschaften aus dem Iran und Israel in alphabetischer Reihenfolge direkt aufeinander, um dem anschließenden Spektakel der Eröffnungszeremonie begeistert Seite an Seite sitzend zu folgen.

Bunt ist das auch tägliche Erscheinungsbild im Trubel des Athletendorfes. Da begegnen sich nordkoreanische und US-amerikanische Sportler. und erst wenn ich den Schriftzug auf der Sportbekleidung mancher Teilnehmer sehen, wird mir erst bewusst,  dass viele aus einem Land stammen, in dem zu Hause Krieg und Waffengewalt herrschen.

Ein israelischer Trainer, der seinen Sohn betreut, erzählt mir am Rande eines Wettkampfes, dass es seine erste Universiade-Teilnahme sei und die Größe der Veranstaltung ihn absolut begeistere. Solch ein freundliches und fröhliches internationales Miteinander habe er zuvor selten erlebt. Das bestätige ihm auch sein Sohn, der mit Sportlerinnen aus Malaysia ins Gespräch gekommen sei. Diese hätten sich gewundert, dass ein Israeli so sympathisch sein könne. Als er verwundert nachgefragt habe, hätten sie ihm ihre Reisepässe gezeigt: "Für alle Länder gültig, nur die Einreise nach Israel ist damit nicht erlaubt."

Wie gut, dass es den Sport gibt! Dieser Gedanke geht mir in diesen Tagen oft durch den Kopf. Und ich wünsche allen, die dabei sind, dass sie während der knapp 2 Wochen viele positive Eindrücke gewinnen können, die sie für das weitere Leben prägen.

Thomas Weber

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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 7. September 2017 15:23