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Abschlussfeier der 29. Sommer-Universiade

Mit einer bunten Abschlussfeier ist die 29. Sommer-Universiade zu Ende gegangen. Für das junge deutsche Team verliefen die Wettkämpfe sehr erfolgreich. Mit insgesamt 24 Medaillen in 131 Wettbewerben übertraf die deutsche Studierenden-Nationalmannschaft die im Vorfeld geäußerten  Erwartungen deutlich.

Neben den sportlichen Erfolgen wurde jedoch von allen auch der Zusammenhalt im deutschen Team als bemerkenswert gut gelobt. So waren die Universiade-Tage  gefüllt mit tollen Begegnungen und Erlebnissen. Nicht nur bei den Wettkämpfen hatten die Nachwuchsathleten die Möglichkeit, sich mit internationalen Spitzensportlern zu messen und wichtige Erfahrungen auf ihrem weiteren sportlichen Weg zu sammeln, sondern auch abseits davon boten das Zusammenleben im Athletendorf, das gegenseitigen Anfeuern und die gemeinsamen Ausflüge vielfältige Gelegenheiten der Begegnung.

Zu Beginn ihres Universiade-Aufenthalts hatten zunächst alle Teilnehmenden vom Veranstalter eine Uhr, eine Smartwatch des weltbekannten taiwanesischen Computer-Unternehmens mit Sitz in Taipeh, als Gastgeschenk erhalten. Darüber haben wir uns alle sehr gefreut, aber auch amüsiert. Denn zu den Dingen, die man während des Aufenthalts in Taiwan unbedingt bleiben lassen sollte, heißt es in einem Reiseführer über die Insel: "Verschenken Sie keine Uhren oder Regenschirme. Im Chinesischen wecken Wörter, die gleich oder ähnlich klingen, abergläubische Assoziationen. Das Wort für "Uhr" klingt wie "Tod/Ende", das Wort für Regenschirm wie "verlassen/auseinander gehen".

Um Zeit ging es auch in zahlreichen Gesprächen, die wir als Seelsorger geführt haben. Trainer und Verantwortliche gestehen ehrlich ein, dass Zeit oft knapp ist, wenn einem der Sport das ganze Jahr über in Beschlag nimmt. Da kämen Familie und Freundschaften so manches Mal zu kurz.

Athleten berichten von der Schwierigkeit, Hochleistungssport und Studium unter einen Hut zu bringen. Da fehle oft die Zeit, das Eine mit dem Anderen zufriedenstellend zu verbinden. Darum stellen sich viele junge Sportlerinnen und Sportler die Frage, wie es mit ihren Lebensentwürfen weitergehen kann? Was ist mein zukünftiges Standbein, wenn mir nicht der ganz große Durchbruch in der sportlichen Karriere gelingt? Zudem sind sich alle bewusst, dass der Ruhm im Sport ziemlich schnell vergeht.

Eine nette Anekdote, die ein deutscher Leichtathletiktrainer während der Universiade auf dem Trainingsplatz erlebte, unterstreicht diese Erkenntnis. Er erzählte mir, dass er seine Sportler gefragt habe: "Kennt ihr den US-amerikanischen Trainer, der dort hinten an der Weitsprunggrube seine Springer auf den Wettkampf vorbereitet?" Die jungen Leuten hätten mit dem Kopf geschüttelt: "Den kennen wir nicht!" Er habe dann gesagt: "Das ist Carl Lewis!" "Wer ist Carl Lewis?", sei die Antwort gewesen. Die nächste Generation habe keine Ahnung davon gehabt, dass mit Carl Lewis einer der größten Leichtathleten der Sportgeschichte vor ihr stehe: Weltmeister und Goldmedaillengewinner über die 100m und 200m-Sprintstrecken und im Weitsprung in den Jahren 1983-1996.

Auf diesem Hintergrund stand das Thema "Zeit" dann auch im Mittelpunkt unseres Abendgebets im Religiösen Zentrum des Athletendorfes. "Meine Zeit steht in Gottes Händen", so ist sich der Psalmbeter des 31. Psalmes im Alten Testament sicher. Die Siege und Niederlagen unseres Lebens sind in Gottes Händen aufgehoben. Bei ihm bin ich geborgen, was immer geschieht. Schön, als dann eine junge Athletin zum Abschluss sagte: "Morgen steht mein Wettkampf an. Ich bin seit meiner Grundschulzeit nicht mehr im Gottesdienst gewesen. Aber heute ist es mir wichtig, mal was anderes zu hören und mit guten Gedanken einzuschlafen." Einen Augenblick zur Ruhe und Besinnung zu finden, das war schon was Besonderes in diesen gefüllten Tagen. Die gemeinsame Zeit in Taiwan verging so schnell.

Studienkurs 2018
Sils 2014

Der 48. Studienkurs des Arbeitskreises Kirche und Sport findet vom 24.02. bis 03.03.2018 statt. Das Thema wird in Kürze bekannt gegeben.


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 7. September 2017 15:22