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".und sie hatten eine Sprache."

Pfingstlicher Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale in Berlin

Fotos: Dr. Regina Börschel 

Am Tag des Pokalfinales mittags um 12 Uhr laden die evangelische und katholische Kirche ein zum ökumenischen Gottesdienst. Mitbeteiligt: Der DFB mit seinem Präsidenten Reinhard Grindel und seinem Generalsekretär Friedrich Curtius. Mitbeteiligt auch viele Fans im klassischen Rot des FC Bayern und im Schwarz-Rot der Frankfurter Eintracht. "Von hinten kann man das ja fast verwechseln", stellte ein Frankfurter fest. Und das war gut so. Kein Freund-Feind-Denken, keine Hassgesänge. "Bei uns steht das sogar in der Satzung, dass wir jederzeit Fans anderer Vereine mitnehmen", wusste der Vertreter der Bayern-Fans der erstaunten Gemeinde zu berichten.

Gastgeber war auch diesmal wieder die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche mit Pfarrer Martin Germer, der in den Gottesdienst einführte. Und mit den Musikern Helmut Hoeft an der Orgel, Samuel Jersak am Flügel, Mitch Schlüter an der Gitarre und Anne Herrmann Gesang. Eine Sprache mit verschiedenen Stimmen und unterschiedlichen Stimmlagen. Das war die Botschaft in diesem Gottesdienst. Sport treiben mit Rivalität und Einsatz, mit Begeisterung über den Sieg - und Enttäuschung in der Niederlage. Aber es bleibt ein Ereignis, an dem alle Anteil haben und niemand besiegt werden muss.

Und so erfuhr die Gemeinde von Reinhard Grindel, dass sein Fußball-Herz besonders für die U9 des Rotenburger SV schlägt (in der sein Sohn spielt); erfuhr von dem jungen Schiedsrichter Elias Kiala, dass es ihm Spaß mache, ganz innerhalb der vorgegebenen Regeln zu kommunizieren; erfuhr, dass das bekannte "Mia san mia" der Bayern großzügig gemeint sei - und lachte, als der Frankfurter Fan einen typisches Frankfurter Fußball-Satz aktualisierte: "Lebbe geht weiter - Stand jetzt."

Kirchenpräsident Volker Jung, der Sportbeauftragte der evangelischen Kirche, führte in die Thematik ein. Weihbischof Jörg Michael Peters, sein katholisches Pendant, hielt die Predigt. Pfingsten führe zusammen, Pfingsten lässt auch die die anderen verstehen, die in einer ganz anderen Sprache reden. Beim Vaterunser legten alle die Hände auf die Schultern von Nachbarn oder Nachbarin. "Endlich Land in Sicht" sangen die Musiker zum Ausgang. Ein Stück Stärkung und Versöhnung.

Albrecht Thiel

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 23. Juli 2018 10:59