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EKD-Sportbeauftragter begrüßt Ausschluss Russlands von Olympia

Statement Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Sportbeauftragter der EKD für epd

Das IOC hat eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Sie versucht vor allen Dingen, den Sportlerinnen und Sportlern gerecht zu werden, die sich dem System entzogen haben. Damit ist die Verpflichtung verbunden, dies jetzt auch zu beurteilen. Ob mit den gewählten Sanktionen allerdings dem systematischen, hier eindeutig an Staatsinteressen orientierten Doping eine Grenze gezogen wird, ist fraglich. Offenbar sollen die Sportler unter bestimmten Bedingungen ja schon an der Schlussfeier wieder unter russischer Fahne teilnehmen können.

 

Doping ist ein klarer Verstoß gegen die Verpflichtung, Solidarität und Fairplay einzuhalten, die jedes NOK der Welt unterzeichnet hat. Weil Doping die Forderung nach Chancengleichheit unterläuft, ist es nicht nur ein Verlassen einer gemeinsamen sportlichen Basis, sondern auch Betrug, der strafrechtlich verfolgt werden muss. Wer eine olympische Medaille durch die Einnahme leistungsfördernder Substanzen gewinnt, hat nicht nur gegen das Gebot der Fairness verstoßen, sondern nimmt den im ungleichen Wettkampf Unterlegenen auch die Chance der Anerkennung und auch der späteren Vermarktung ihres möglichen Erfolges.

 

Die schockierenden Erkenntnisse nach Sotschi 2014 zeigen auch, wie nötig es ist, an eine grundlegende Reform des Anti-Doping-Gesetzes zu gehen. Den Blick alleine auf Athletinnen und Athleten zu richten, reicht bei weitem nicht aus. In Russland sind nach dem derzeitigen Erkenntnisstand, nicht nur Sportler und Funktionäre, sondern Mediziner, Politiker und sogar der Geheimdienst in das Doping der Athleten verstrickt. Für mich ist irritierend, dass mit Witalij Mutko einer der Hauptverantwortlichen lebenslang für Olympia gesperrt ist, zugleich aber als Aufsichtsratsvorsitzender des Organisationskomittees für die Fußball-WM maßgebliche Verantwortung für die nächste sportliche Großveranstaltung in Russland trägt. Ich frage: Was sagt die FIFA dazu?

 

Aus einem christlichen Verständnis heraus ist es meines Erachtens dringend nötig, dass in Sport, Politik und Gesellschaft im Blick auf die einzelnen Sportlerinnen und Sportler eine an der Menschenwürde orientierte Debatte geführt wird, um der maßlosen Verzweckung eine Grenze zu setzen. Zu dieser Diskussion möchten wir in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im kommenden Jahr einen Beitrag leisten.

Bibelarbeiten


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. November 2018 15:35