2014: Politik

44. Studienkurs: Kirche und Sport im Horizont der Politik

Der 44. Studienkurs des Arbeitskreises Kirche und Sport hat vom 22. Februar bis 1. März 2014 in Sils/Maria unter dem Motto "Kirche und Sport im Horizont der Politik" stattgefunden.

Über einen langen Zeitraum wurde auf offizieller Sportfunktionärsebene immer wieder der Versuch unternommen, den Sport als gesellschaftlichen Teilbereich zu charakterisieren, der weitgehend politikfrei sei - oder zumindest sein sollte. Für die Kirchen in ihrem gesamtgesellschaftlichen Kontext ist eine derartige Positionierung nicht bekannt. Nimmt man den Politikbegriff, wie er in der gegenwärtigen Politikwissenschaft verwendet wird, ernst, löst sich diese strukturelle Unterscheidung zwischen politischem und politikfreiem Bereich auf. So definiert der Politikwissenschaftler Thomas Meyer Politik als "Gesamtheit aller Aktivitäten zur Vorbereitung und Herstellung gesamtgesellschaftlich verbindlicher und/oder am Gemeinwohl orientierter und der ganzen Gesellschaft zugutekommender Entscheidungen." Dies umfasst letztlich alle Angelegenheiten der Menschen einer Gesellschaft.

In diesem Sinne ist es unstrittig, dass Politik sich in vielfältigen Netzwerken wiederfindet und selbstverständlich auch in denen zwischen Kirche und Sport. Es gilt Wertevorstellungen zu definieren, ethische Grundlagen zu festigen, Normen und Regeln bzw. ihre Veränderungen gesamtgesellschaftlich akzeptabel weiterzuentwickeln. Der Soziologe und Historiker Christian Graf v. Krockow bringt es mit seiner Definition von Politik kurz und präzise auf den Punkt: "Politik ist der Kampf um die Veränderung oder Bewahrung bestehender Verhältnisse."

Ziel des Studienkurses ist es die verschiedenen Teilaspekte dieser politischen Netzwerkstrategie in den Feldern von Kirche und Sport aufzuzeigen, gesellschaftliche Probleme zu verdeutlichen und Einsichten in Veränderungsprozesse zu ermöglichen. Für Kirche und Sport stellt sich zudem die Frage, inwieweit sie strukturell auf diesen Politikprozess aktiv einwirken können oder gar als gesellschaftliche Teilbereiche gemeinsame Zielvorstellungen umzusetzen in der Lage sind. Experten aus den Sportverbänden, aus den Kirchen und der Politik werden zu Wort kommen und ihre Beispiele und Erfahrungen in die Diskussion einbringen.

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Publikationsdatum dieser Seite: 2017-07-19